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“Musik ist eine Art psychologischer Anker”: Tätowiererin Simone Klimmeck über sture Herzen, Synth-Pop und surrende Tattoo-Nadeln

Egal ob auf dem Sofa oder dem Weg nach Hause: Unsere Kopfhörer sind zu einem tragbaren Safe Space geworden. Getreu dem Motto #TapIntoJoy können wir uns dabei ganz unserer Lieblingsmusik und dem einzigartigen Sound hingeben, wann und wo immer wir wollen. Gemeinsam mit Bose erzählen uns vier Frauen über diese besonderen Momente, die sie mit der Musik verbinden. 

Manchmal muss man erst einen anderen Weg einschlagen, um ans eigentliche Ziel zu kommen. So ging es auch Simone Klimmeck, die es vor über zehn Jahren für ihr Modedesign-Studium nach Berlin gezogen hat. Zwar wusste sie schon damals, dass sie in dieser Industrie nicht glücklich wird, trotzdem war es ein Sprungbrett. Denn die Münchnerin kam durchs Zeichnen und Illustrieren zu ihrer heutigen Leidenschaft: dem Tätowieren. 

“Ich dachte ich schaue mir ein paar YouTube-Videos an und dann kann ich das”, gibt sie lachend zu. Ganz so einfach war es am Ende dann doch nicht. Zum ersten Mal hat sie nicht sofort bekommen, was sie wollte. “Im Rückblick war das eine wichtige Lektion”, sagt sie. “Mir sind Dinge immer sehr leicht gefallen, aber ich bin ein sehr ehrgeiziger und sturer Mensch.” Diese Mentalität hat sich am Ende ausgezahlt. Seit über fünf Jahren arbeitet Simone nun schon als Tätowiererin und hat ihr eigenes Studio im Herzen Kreuzbergs.  

#TapIntoJoy bedeutet für die 30-Jährige vor allem mit anderen Leuten zu sein, Austausch und Berührungen. “Durch den Lockdown habe ich nochmal mehr gemerkt, dass ich ein sehr extrovertierter Mensch bin”, erzählt die Tätowiererin. “Und das heißt gar nicht, im Mittelpunkt zu stehen und immer laut zu sein, sondern dass du deine Energie und dein Glück aus der Umgebung, dem Äußeren ziehst.” Aber es ist auch der Flow, den sie als Glückszustand bezeichnet: “In dem Moment, in dem du Flow erlebst, bist du völlig im Hier und Jetzt”, erklärt sie weiter. “Das ist tatsächlich so bei mir, wenn ich tätowiere, dann vergesse ich alles um mich herum.” 

Simone ist ein sehr sozialer Mensch und unterhält sich gerne mit ihren Kund*innen, bei der Vorbereitung und dem eigentlichen Tattoo-Prozess driftet sie dagegen gerne auch mal in ihren eigenen kleinen Kosmos ab. “Ich finde diesen Austausch von Geschichten immer sehr schön, aber irgendwann, vor allem bei sehr großen Projekten, ist der Mund fusselig geredet”, erklärt sie. “Da ist es tatsächlich auch mal schön, wenn man sich in etwas fallen lassen kann.” Und das klappt am besten mit Kopfhörern. 

Damit schafft sich Simone nicht nur einen Ort, an dem die Zeit für einen kurzen Augenblick stillsteht, sondern auch ihren eigenen kleinen Safe Space, den sie gerne mit Musik füllt. “Ich bin sehr großer Fan der 80er Jahre und fast jedem Genre aus dieser Zeit”, sagt Simone. “Alles was Synthesizer hat, aber auch den Metal aus dieser Ära, New Wave oder die frühen Techno-Beginne – ich bin einfach ein 80s Kid.” Doch ihr Geschmack ist vielseitig und lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. An manchen Tagen muss es nicht mal unbedingt Musik sein, um den Sound der Tattoo-Nadel dank Noise-Cancelling für einen kurzen Moment auszublenden. Dann kann es auch schon mal passieren, dass sie sich in den Abenteuern der drei ??? verliert

“Musik ist eine Art psychologischer Anker”, sagt Simone. “Du verbindest mit bestimmten Liedern oder Musikrichtungen positive oder negative Erlebnisse.” Eine besonders schöne Erinnerung und diesen ganz bestimmten Ah-das-kenn-ich-Moment löst 90er Pop in ihr aus. Da sie gerade nicht auf Konzerte gehen und laut mit schreien kann, nutzt sie lange Autofahrten dafür, sich komplett der Musik hinzugeben. Eben genau jene Gelegenheiten, in denen sie sich unbeobachtet fühlt. “Wenn ich allein im Auto sitze und viel fahre, dann am liebsten auf alte Pop Songs, die man sehr gut kennt”, verrät sie. “Dann höre ich zum Beispiel Avril Lavigne – Complicated zehnmal am Stück und singe mehrere verschiedene Stimmen, verändere die Melodie ein bisschen oder füge ein Echo im Hintergrund hinzu. Das macht richtig Spaß.” Am Ende sind es dann eben doch die kleinen Glücksmomente, die wir vor allem jetzt zu schätzen gelernt haben. 

Wenn du mehr über die neuen Kopfhörer von Bose erfahren willst, kannst du hier vorbeischauen.

Talent: Simone Klimmeck
Fotos: Diana Lange
Styling: Olive Duran
Hair und Make-up: Victoria Reuter
Text + Produktion: Juule Kay


Like what you see? How about some more R29 goodness, right here?




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